Hast du schon einmal erlebt, wie die Zeit plötzlich stillsteht, während die Welt um dich herum ganz lebendig wird? Letzten Sonntag durfte ich genau das wieder in all ihrer Fülle erfahren. Es war einer dieser Tage, die mich daran erinnern, warum die Arbeit mit Pflanzen und das Sein im Wald für mich jeweils so intensiv ist. Es ist eine Form, meine Form, der Selbstsorge. Es ist genau diese "Resonanz", die ich und vielleicht wir alle, so fest brauchen. Dieses Gefühl, nicht nur in der Welt zu sein, sondern ein Teil von ihr.
Wenn ich mich mit Pflanzen beschäftige oder tief in das Grün des Waldes eintauche, breitet sich eine ganz bestimmte Ruhe in mir aus. Es ist kein leeres Schweigen, sondern eine erfüllte Stille. In der Natur musst du nichts "darstellen" oder "leisten". Du darfst einfach existieren. Diese tiefe Verbindung mit der Erde wirkt wie ein Spiegel: Je mehr ich mich auf das Werden und Vergehen einlasse, desto klarer spüre ich mich selbst und finde zu einer inneren Balance.
Magische Momente und Naturerlebnisse und warum uns Wald und Garten so gut tun - Von Blindschleichen, Schwalbenschwänzen und Orchideen
Oft sind es die kleinsten Momente, die die grösste Wirkung entfalten. Am vergangenen Sonntag waren es mehrere besondere Begegnungen, die mich tief berührt haben.
Ich durfte ein Blindschleichenpärchen beobachten. Mehrere Wimpernschläge lang hielten wir inne. Wir schauten uns an bis das Weibchen entschied, sich wieder einen Unterschlupf zu suchen. Erst dann fiel mir auf, dass die Haut des Männchens viele schimmernde blaue Punkte trug. Ein Zeichen für ein älteres Männchen, wie ich nachlesen konnte. (Bild 2 und 3)
An den ersten Blättern meiner Wilden Möhre vollzog sich auch in diesem Jahr wieder ein kleines Wunder.
Ich konnte zusehen, wie ein Schwalbenschwanz seine kugelrunden, gelben Eier ablegte. (Bild 4) Und als wäre das nicht schon genug, entdeckte ich auf meiner Waldrunde im Halbschatten der Bäume ein Weisses Waldvöglein, eine dieser zarten, heimischen Orchideen, die uns daran erinnern, welche verborgenen Schätze der Wald für uns bereitstellt, wenn wir nur genau hinsehen. (Bild 1)
Glücksgefühle durch Achtsamkeit in der Natur
In solchen Augenblicken bin ich ganz bei mir und in mir selbst verweilt. Ich könnte stundenlang einfach nur beobachten. Es ist dieses tiefe Glücksgefühl, das entsteht, wenn ich merke, dass ich mit allem verbunden bin. Diese Achtsamkeit, die uns die Natur lehrt, ist der Kern dessen, was mich tief bewegt und was ich mit meiner Arbeit in der Beratung und Naturbegleitung weitergeben möchte. Es geht mir darum, Menschen dabei zu unterstützen, ihre eigene Resonanz und innere Ruhe wiederzufinden und in ihrem Leben zu halten.
Nimm dir bei deinem nächsten Aufenthalt in der Natur einmal mehr Zeit als sonst und lausche, was die Natur dir zuflüstert. Kannst du es hören?
Ines