Auf die eigene Stimme hören

Für mich sind Krankheitssymptome Mitteilungen, dass etwas nicht stimmt in der Art wie wir mit unserem Körper und unserer Seele umgehen. Der hohe Blutdruck oder die chronische Schlaflosigkeit wollen uns mitteilen, dass sich Körper und Seele so nicht wohlfühlen und um eine Änderung unseres Verhaltens bitten.

Wenn wir diese Symptome in der Folge mit Medikamenten behandeln, wird der Ausdruck des Unbehagens von Körper und Seele zwar zum Schweigen gebracht, geheilt werden wir aber nicht. Im Rahmen unserer Selbstsorge können aber auch innehalten und dieser Information von Körper und Seele erst einmal Raum geben und nach innen fragen was uns da wohl mitgeteilt werden möchte. Wir können uns Fragen stellen zu der Art wie wir im Moment leben: Sind das meine Ziele, meine Sehnsüchte und meine Wünsche die ich da verfolge? 

 

Im Grunde geht es darum wieder auf die eigene Stimme zu hören. Bei Kindern ist die eigene Stimme am Anfang ihres Lebens sehr laut. Sie wüssten deshalb sehr genau wie sie zu leben wünschten. Nur beschränken sich die wenigsten Menschen darauf, Kinder einfach «nur» liebevoll zu begleiten. Sie erziehen ihre Kinder nach eigenen Vorstellungen und Wünschen. Viele Erwachsene meinen zu wissen was Kinder lernen sollten, wie sie sein und werden sollten. Manche Eltern haben sehr genaue Vorstellungen was ihre Kinder später als Erwachsene erreichen sollten und ihre Stimmen sind so laut, dass sie die innere Stimme der Kinder immer mehr übertönen. Für diese Kinder ist es normal geworden sich an die Wünsche anderer anzupassen.

 

Krankheitssymptome, so lästig sie auch sein mögen, können eine Gelegenheit sein die verstummte eigene Stimme wieder zu hören, das weitere Leben mit dieser Stimme in Einklang zu bringen und immer mehr heil zu werden.

Rosa