Raus aus der Komfortzone

Das Beste im Ferienlager war früher für mich die Nachtwanderung... Als meine Mann so eine vor einigen Tagen vorschlug war ich skeptisch. Im dunkeln mit den Kindern die Rigi hoch - und das im Winter. Für die Kinder war sofort klar, das wollen wir machen. Sie schnitzten bereits am Nachmittag voller Begeisterung ihre Stöcke zum bräteln an, hatten irrsinnig Freude sich etwas feines im Quartierladen aussuchen zu dürfen. So stapften wir also nach Einbruch der Dunkelheit los und schon nach den ersten 50 Metern waren wir in einer anderen Welt. Die Schneeflocken tanzten um unsere Nase und die Kinder wählten freiwillig den längeren Weg bis zur Grillstelle. Es ging steil bergauf - mit Blick auf die beleuchtete Stadt. Mit einer erfunden Geschichte verkürzten wir uns die Zeit und die bizzaren Eiskristalle verzauberten den Wald. Als das Feuer brannte und wir unser Grillgut auflegen konnten war das Glück perfekt. Der vorbereitete Teig für Stockbrot wollte nicht an den Stöcken halten, wir formten ihn zum Fladenbrot, das war der Hit. 

Mit warmen Bäuchen und einer grossen Zufriedenheit machten wir uns mit 2 Fackeln auf den Rückweg. Wir erzählten uns das Ende unsere Fantasiegeschichte und danach dienten zwei alte Plastiksäcke den Kindern als Schlitten, sodass sie uns fast davon sausten. Überglücklich fielen wir sehr müde ins Bett. 

Dieser kleine Austritt aus der Komfortzone war sehr bereichernd und ist Balsam für Seele und Geist und wird uns noch lang begleiten.

 

Ines